Tipps und Wissen üner Dalmatiner
Dalmatiner
Eigenschaften
Was sollte ich wissen?
- Wenn man an einen Dalmatiner denkt, hat man oft das klassische Bild eines völlig überdrehten und hyperaktiven Hundes vor Augen. Das muss allerdings nicht so sein. Der Dalmatiner gehört zwar zu den Laufhunden, das bedeutet aber nicht, dass man ständig und stundenlang unterwegs sein muss. Der Dalmatiner ist sehr schlau und benötigt neben ausgewogener Bewegung auch besondere Auslastung durch Kopfarbeit, da er sich sonst schnell langweilt. Kopfarbeit bedeutet alle Aktivitäten, wo der Hund aktiv und konzentriert mitarbeitet. Die Möglichkeiten sind hier sehr umfangreich: Dummy, Mantrailing, jegliche Suchspiele, aber auch sportliche Aktivitäten wie Canicross, Dogscooter oder Bikejöring, um nur einige zu nennen. Langeweile beim Hund äußert sich zum Beispiel gern durch Zerstörung von Dingen in der Wohnung. Genau hier liegt aber auch die Schwierigkeit, denn ein -Nicht zur Ruhe kommen- und andere Verhaltensauffälligkeiten können eben auch ein Anzeichen von geistiger Überlastung sein. Viele Hundehalter neigen dazu, den Hund noch mehr zu "bespaßen", wenn sie solch Verhalten beobachten, weil sie denken, der Hund sei nicht ausgelastet. Aber wie jede andere Hunderasse auch, braucht der Dalmatiner ausreichend Ruhephasen und Schlaf, um Erlebtes zu verarbeiten. Eine gesunde Mischung aus Aktivität und Ruhe ist daher essenziell.
- Grundsätzlich ist der Dalmatiner ein kinderlieber familienfreundlicher Hund, der bei bereits erwähnter ausgewogener Auslastung und Ruhe eine gelungene Kombination aus Freizeithund und Couch-Potato darstellt, wie wir es immer gern formulieren. Er ist sehr menschenbezogen und möchte am liebsten immer und überall dabei sein.
- Als weitere wichtige Eigenschaft sei zu erwähnen, dass ein Dalmatiner sehr wachsam und auch bellfreudig ist. Er tut damit jedoch genau das, wofür er ursprünglich gezüchtet wurde. Im 18.-19. Jahrhundert wurde er nämlich als eine Art Sirene genutzt, um den damals noch pferdegezogenen Feuerwehrwagen den Weg frei zu bellen, weshalb er noch heute als Maskottchen der New Yorker Feuerwehr gilt. Aber auch sonst bringt man den Dalmatiner immer mit Pferden in Verbindung, da er schon immer Kutschen begleitet, bei den Pferden im Stall geschlafen und diese bewacht hat. Er ist daher noch heute der perfekte Reitbegleithund, da er ausdauernd ist und keinen ausgeprägten Jagdtrieb besitzt.
- Ein Dalmatiner ist ein sehr auffälliger schöner Hund mit kurzem Fell, bei dem sich die Fellpflege in Grenzen hält. Hat man jedoch ein Problem mit Hundehaaren ist der Punktehund, sei er noch so schön, nicht die richtige Wahl, denn er haart nahezu das ganze Jahr.
- Auch die Ernährung des Dalmatiners sollte Erwähnung finden, da diese spezieller, als bei anderen Hunderassen ist. Hierbei geht es uns nicht darum, für welche Art der Fütterung man sich entscheidet, sondern um die Tatsache, dass der Dalmatiner genetisch bedingt Harnsäure fehlerhaft verarbeitet. Durch eine sogenannte Hyperurikosurie scheidet er zehn mal so viel Harnsäure aus, wie andere Rassen. Dies führt leider zu einem erhöhten Risiko für Uratsteine, besonders bei den Rüden. Deshalb muss auf eine purinarme Ernährung und reichlich Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Es ist ebenfalls wichtig, dass ein Dalmatiner häufig die Möglichkeit bekommt sich zu lösen, also die Blase zu leeren. Ratsam ist es auch, regelmäßig den ph-Wert mittels Teststreifen aus der Apotheke zu testen und gegebenenfalls ein Urinsediment beim Tierarzt anfertigen zu lassen.
!!! Alle erwähnten Punkte sind nur ganz allgemeine rassespezifische Eigenschaften !!!
Natürlich gibt es immer auch Ausnahmen. So gibt es beispielsweise auch Dalmatiner, die nichts mit Kindern anfangen können, Jagdtrieb besitzen oder Pferde gruselig finden. Hier ist es sehr hilfreich, wenn wir als Züchter im Vorfeld besonders viel von den künftigen Familien erfahren, denn wir prägen und testen unsere Welpen bereits sehr früh auf die verschiedensten Dinge und können daher genau sagen, welcher Welpe bestmöglich in welche Familie passt. Entscheidend ist hier die Zeit von der 4. bis zur 12. Lebenswoche, also die sogenannte Prägephase des Welpen. Selbstverständlich spielt auch die weitere Erziehung in den neuen Familien eine wichtige Rolle.
Dalmatiner
Herkunft
Stammt die Rasse wirklich aus Kroatien?
Dalmatiner
Ernährung
Trockenfutter, Dose, Barf oder doch lieber selbst kochen?
Die Läufigkeit
Ein ganz natürlicher Prozess
Zwischen Mythen und Wahrheit
Wer sich für eine Hündin entscheidet, entscheidet sich auch für ihre Läufigkeiten. Sie gehören zum natürlichen Leben jeder intakten Hündin dazu. Die erste Läufigkeit, tritt in der Regel zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat ein, danach wird die Hündin etwa ein- bis zweimal im Jahr für jeweils drei Wochen läufig.
Während dieser Zeit sollte eine Hündin die Möglichkeit haben, sich selbst zu putzen und somit sauber zu halten. Hier hören wir häufig den Satz: „Meine Hündin putzt sich aber nicht und braucht deshalb ein Höschen.“ - Bitte gebt einer jungen Hündin etwas Zeit. Sie ist anfangs oft selbst mit dieser neuen Situation überfordert und muss erst lernen, damit umzugehen. Gibt man ihr diese Möglichkeit, wird sie mit jeder weiteren Läufigkeit sicherer werden und ihren natürlichen Putzinstinkt immer besser entwickeln. Nicht selten fällt eine spätere Läufigkeit dadurch im Alltag kaum noch auf.
Läufigkeitshosen sollten aus hygienischen Gründen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Hotelaufenthalten oder in anderen Situationen, in denen sie sich vorübergehend nicht vermeiden lassen. Längere Tragezeiten sorgen für ein feuchtwarmes Klima, dass die Vermehrung von Keimen begünstigen kann. Da der Muttermund einer Hündin in dieser Zeit geöffnet ist, können Keime leichter in die Gebärmutter aufsteigen. Schließt sich der Muttermund nach der Läufigkeit wieder, können diese Keime eingeschlossen werden und im schlimmsten Fall zu einer Gebärmutterentzündung führen.
Aus demselben Grund sollte eine läufige Hündin möglichst nicht unnötig auf kalten oder verschmutzten Untergründen sitzen. Langes Absitzen auf öffentlichen Wegen oder stark frequentierten Hundewiesen sollte man in dieser Zeit ebenfalls möglichst vermeiden, um das Risiko aufsteigender Infektionen zu verringern. Wobei Hundewiesen während der Läufigkeit so oder so nicht zu empfehlen sind, es sei denn man möchte unzählige interessierte Rüden abwehren. Bei Spaziergängen während der Läufigkeit und ganz besonders in der Standhitze empfehlen wir, die Hündin grundsätzlich an der Leine zu führen, auch, wenn sie sonst gut abrufbar ist. Tatsächlich kann jeder Gehorsam durch Hormone und den damit einhergehenden natürlichen Instinkt ausgeschaltet werden und freilaufende Rüden sind auch nur schwer abzuhalten, wenn sich die eigene Hündin entfernt.
Eine läufige Hündin sollte außerdem niemals unbeaufsichtigt im Garten bleiben. Deckwillige Rüden überwinden mitunter Zäune und legen erstaunliche Strecken zurück um zu der Dame ihres Herzens zu gelangen. Lebt zusätzlich ein unkastrierter Rüde im eigenen Haushalt, ist auch hier ein besonderer Augenmerk auf gut geschlossenen Türen zu haben. Erfahrungsgemäß stellen Türklinken für einen verliebten Rüden kein Hindernis dar. Dies gilt im Übrigen auch durchaus für unkastrierte Rüden.
Etwa sechs bis neun Wochen nach der Läufigkeit könnte es sein, dass man bei seiner Hündin eine Scheinschwangerschaft bemerkt. Diese ist nicht krankhaft, wie es einem Tierärzte oft einreden wollen, sondern gehört zum ganz natürlichen Hormonzyklus jeder intakten Hündin. In dieser Zeit gilt: Bauch und Gesäuge möglichst weder streicheln noch massieren, da dies die Milchbildung zusätzlich anregen kann. Bemuttert die Hündin Kuscheltiere oder andere Gegenstände sehr intensiv, kann es sinnvoll sein, diese vorübergehend außer Reichweite zu legen. Gleichzeitig helfen Beschäftigung und Spaziergänge oft dabei, den Fokus der Hündin auf andere Dinge zu lenken. Nur, wenn die Symptome sehr stark ausgeprägt sind oder gesundheitliche Probleme entstehen, sollte die Hündin tierärztlich vorgestellt werden.
Kastration beim Rüden
Mehr als ein chirurgischer Eingriff
Das Skalpell kann keine Erziehung ersetzen.
Kaum ein Thema wird unter Hundehaltern so kontrovers diskutiert wie die Kastration. Noch immer hält sich hartnäckig die Meinung, dass ein Hund durch eine Kastration ruhiger, einfacher oder besser erziehbar wird.
Gerade wenn ein junger Rüde in die Pubertät kommt und beginnt, Grenzen auszutesten, fällt häufig der Satz: „Dann lassen wir ihn eben kastrieren."
Aus unserer Sicht ist dies jedoch der falsche Weg, denn jeder junge Rüde durchläuft diese Phase, in der bisher Gelerntes scheinbar vergessen ist. Kommandos werden hinterfragt, Hündinnen sind plötzlich interessanter als der Rückruf, und die Hormone spielen verrückt. Das ist völlig normal und gehört zur Entwicklung eines Hundes dazu.
Diese Phase erfordert Geduld, Konsequenz und Verständnis – keinen chirurgischen Eingriff.
Eine Kastration ersetzt weder Erziehung noch konsequentes Training und schon gar keine Hundeschule. Sie ist kein Wundermittel gegen pubertäres Verhalten und keine Abkürzung zu einem gut erzogenen Hund. Ganz im Gegenteil - durch eine solche Operation können sogar viele neue Probleme entstehen.
Mit einer Kastration wird dauerhaft in den natürlichen Hormonhaushalt eingegriffen. Testosteron welches viele ausschließlich mit Fortpflanzung verbinden, wird nicht mehr gebildet. Dieses Hormon ist jedoch sehr wichtig und dient nicht nur der Fortpflanzung. Es übernimmt zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper. Es beeinflusst unter anderem den Muskelaufbau, den Stoffwechsel, die Knochengesundheit sowie das allgemeine Wohlbefinden des Hundes.
Auch in der Interaktion mit anderen Hunden spielen Hormone eine wichtige Rolle, da Hunde nicht nur über ihre Körpersprache, sondern auch über ihren Geruch kommunizieren. Immer wieder wird beobachtet, dass kastrierte Rüden von anderen Hunden anders wahrgenommen werden. Dadurch kann es zu Missverständnissen kommen oder Begegnungen mit Artgenossen schwieriger werden. Das bedeutet nicht, dass dies bei jedem Hund der Fall ist – es ist jedoch ein Aspekt, den man vor einer Kastration kennen und berücksichtigen sollte.
Natürlich gibt es Situationen, in denen eine Kastration medizinisch notwendig oder sogar lebensrettend sein kann. Tumorerkrankungen oder andere schwerwiegende Erkrankungen der Geschlechtsorgane können einen solchen Eingriff erforderlich machen. Diese Erfahrung mussten wir leider auch schon selbst machen.
Hundesport
gesunde Bewegung für deinen Vierbeiner
Degility®
Diese Hundesportart ist eine Kombination aus Agility und Mobility jedoch mit einer etwas anderen Zielsetzung. An erster Stelle soll die Konzentration und die Bindung zwischen Hund und Halter gefördert werden. Es bietet zudem eine enorme Bandbreite und der Kreativität bei den Hindernissen sind kaum Grenzen gesetzt. Lediglich auf "Stauchgeräte" wie z.B. eine Steilwand wird bewusst verzichtet, statt dessen gibt es ein Labyrinth, verschiedene Untergründe, Wackelbretter, Hängebrücken oder ähnliches. Alles in allem ist es eine sinnvolle Beschäftigung für den Hund, bei der Spaß und Teamgeist im Vordergrund stehen.
Ein Parcours aus diversen Elementen wird flexibel auf jeden einzelnen Hund abgestimmt und eingesetzt. Daraus ergibt sich eine große Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten durch die nicht nur Gleichgewicht, Koordination, Konzentration und Selbstvertrauen des Hundes gefördert werden, sondern auch die Kooperation zwischen Mensch und Hund. Auch Hundeexperten, Physiotherapeuten und Verhaltenstrainer sind sich einig: Dieser Hundesport tut dem Hund gut und ist auch auch bei Vierbeinern, die zu Hyperaktivität oder Ängstlichkeit neigen, bestens geeignet. Auch alte oder gehandicapte Hunde sowie klassische "Nichtsportrassen" können beim Degility® optimal gefördert und individuell ausgelastet werden, da hier keinerlei Leistungsdruck durch Schnelligkeit aufgebaut wird, sondern es vielmehr um die langsame korrekte Ausführung der Übungen geht.
Was uns besonders an diesem Sport gefällt, ist die Einbringung bzw. der Nutzen für den Alltag. Ein Hund, der es gelernt hat, über verschiedene Untergründe oder auch mal wackelnde Hindernisse zu laufen, wird auch keine Probleme haben, eine Eisenbahnbrücke zu überqueren, einen klappernden Gullideckel, eine Baustelle oder ähnliches zu passieren.
Mantrailing
Eine weitere Hundesportart, die körperliche und geistige Auslastung miteinander verbindet, ist das sogenannte Mantrailing. Hierbei folgt der Hund dem individuellen Geruch eines Menschen. Anhand eines Geruchsgegenstandes nimmt er die Spur auf und sucht die betreffende Person. Dabei verlässt er sich vor allem auf seine Nase und trifft viele Entscheidungen selbstständig – also Nasenarbeit mit Köpfchen.
Wie auch beim Degility steht beim Mantrailing nicht Geschwindigkeit im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, dass der Hund konzentriert arbeitet. Die intensive Nasenarbeit fordert Konzentration und kann oft anstrengender sein als ein langer Spaziergang. Ein weiterer Vorteil: Mantrailing ist vergleichsweise gelenkschonend. Der Hund arbeitet in seinem eigenen Tempo und muss keine Sprünge absolvieren oder schnelle Wendungen laufen.
Wie bei jeder Beschäftigung sollte das Training altersgerecht aufgebaut und an die individuellen Fähigkeiten des Hundes angepasst werden. Besonders wichtig ist, dass der Hund Freude an der Suche entwickelt und ohne Druck arbeiten kann.
Wem also daran gelegen ist, Körper und Kopf seines Hundes gleichermaßen auszulasten und dabei in der Natur unterwegs zu sein, sollte Mantrailing unbedingt einmal ausprobieren. Und wer dabei noch etwas Gutes tun möchte, kann sich auch einer Rettungshundestaffel anschließen und gemeinsam mit seinem Hund ehrenamtlich tätig werden.
